...........überkommen mich, egal, ob ich es will oder nicht.
Vor einem Jahr war ich um diese Zeit abermals in den Uniklinken Bonn wegen einer heftigen Abwehrreaktion meines Körpers gegen die Spenderzellen. Die Unikliniken haben mich nach einer Woche nach Wiesbaden überführt, da man in Bonn mit diesem Problem nicht zurechtgekommen ist.
Wieder in Wiesbaden bekam ich hochdosiert Kortison, zum Ende der Behandlung Mitte September war ich so schwach, das ich fast im Rollstuhl saß. Ich war nicht mehr fähig, eine Treppenstufe zu steigen, ich fühlte mich hilflos, ausgelaugt und wirklich am Ende.
In dieser Phase fragte ich mich nach dem Sinn des Lebens, hatte Angst vor dem, was mich noch erwartet.
Lebensmut, nein den habe ich die ganze Zeit nicht verloren, irgendwie war mein innerstes in einem Zwiespalt, ich hatte einfach keine Kraft mehr mich gegen diese Krankheit zu wehren.
Ich lag dort in meinem Bett, starrte stundenlang an die Decke und je mehr mich die Kraft verließ, fragte ich mich, gibt es noch einen Weg für mich, irgendwo eine Blume blühen zu sehen oder nochmals durch die Natur zu wandern, den Duft von Stroh und Heu zu erfahren. Ich vermisste die einfachen Dinge des Lebens, hatte Sehnsucht nach dem Leben, welches langsam vom mir zu gehen schien.
So oft ich konnte und so wie es meine verbliebene Kraft zuließ, bin ich aus dem Bett gestiegen und habe versucht, das Krankenzimmer zu verlassen, vor dem Eingang auf der Bank zu sitzen und dort dem Leben, was an mir vorbei ging zuzusehen.
Heute bin ich schon wieder soweit, das ich in der Natur spazieren gehe, mich an jedem Hauch der Natur erfreue.